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Einleitung:
Obwohl sich die Betriebswirtschaftslehre aufgrund des fehlenden Aspektes des Gewinnstrebens lange nicht dafür interessiert hat, zeichnet sich seit einigen Jahren im Personalmanagement eine neue Entwicklung ab, deren auslösender Ursprung auf den ersten Blick nur schwer zu erklären ist: der Einsatz personalwirtschaftlich relevanter Virtueller Communities (VCs) und der damit verbundene Bedeutungszuwachs von Social Software (Weblogs, Wikis).
Die Prognosestudie "Personalmanagement - Quo vadis" vom Institut für Führung und Personalmanagement in St. Gallen sagte bereits im Jahr 2000 eine bedeutende Beeinflussung der Personalarbeit durch neuartige webbasierte Kommunikationsmittel voraus. Diese wachsende Virtualisierung des Personalmanagements in Form von VCs zeichnet sich v.a. zahlreich in den Feldern des Personalrecruiting und der Personalentwicklung, aber auch im Bereich der Personalführung ab. Jede dieser implementierten Virtuellen Gemeinschaften schränkt sich entweder thematisch oder räumlich ein: Bei personalwirtschaftlich relevanten VCs besteht eine thematische Begrenzung auf das Personalmanagement, die auf einen wachsenden Mehrwert der Nutzer in der Berufspraxis beabsichtigt. Um diesen Mehrwert nutzen zu können, müssen Bedürfnisse zur motivierten Teilnahme bestehen, die ausschlaggebend für den zunehmenden Erfolg dieser VCs sind.
Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist es deshalb, zunächst bestehende Motive und Bedürfnisse von virtuell kommunizierenden Individuen zu erörtern und anschließend zu durchleuchten, inwiefern diese Bedürfnisstrukturen im Kontext von personalwirtschaftlich relevanten VCs zutreffen. Nachfolgend wird geprüft, ob und in welchem Maße die aufgezeigten Motivstrukturen mit Hilfe einer zweckgemäß ausgewählten Bedürfnistheorie begründet und analysiert werden können.
Zur sprachlichen Vereinfachung wird im Folgenden bei Formulierungen, die sich auf Personen beziehen, wie z.B. Teilnehmer oder Personalexperte, auf die Verwendung der weiblichen Form verzichtet.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit besteht aus fünf logischen Teilen. In diesen jeweiligen Teilen soll dem Leser durch die Beibehaltung eines Ordnungsgerüstes geholfen werden, die komplexe Problemstellung rund um das Phänomen der VCs und den dabei anzuordnenden Bedürfnisstrukturen einordnen und besser verstehen zu können.
In Kapitel B, der Einleitung anschließend, wird in Bezug zu der vorliegenden Arbeit das theoretische Rahmenwerk VCs gesetzt. Hierbei werden zunächst die Begriffserklärung einschließlich der Begriffsgeschichte, der allgemeine Aufbau webbasierter Gemeinschaften, sowie ein Überblick über die relevanten Ausprägungsformen virtueller Kommunikation aufgezeigt. Darauf aufbauend erfolgt im zweiten Teil des Kapitels eine Kennzeichnung personalwirtschaftlich relevanter VCs, einschließlich einer Vorstellung der Relevanzfelder im Personalmanagement, wobei die Konzentration auf drei essentielle Bereiche gelegt wird. Zur näheren Auslegung werden im letzten Teil dieses Kapitel anschauliche Fallbeispiele zugeführt.
Im zweiten Hauptkapitel werden zuerst bedürfnistheoretische Grundlagen erklärt, indem konkret auf die Begriffe Motivation und Bedürfnis, sowie auf deren Prozess eingegangen wird. Darauf aufbauend wird ein Überblick über Inhalts- und Prozesstheorien gegeben, an dessen Anschluss die Festlegung auf eine bestimmte Theorie erfolgt, die im weiteren Verlauf als Grundlage der Analyse näher herangezogen wird.
Das dritte Hauptkapitel der Arbeit widmet sich der Analyse von VCs anhand der im zweiten Teil ausgewählten Theorie. Hierbei wird erst eine allgemeine Bedürfnisbefriedigung in VCs untersucht und im Anschluss daran eine Differenzierung auf die einzelnen personalwirtschaftlichen Relevanzfelder getroffen. Anbringend folgt zu jedem Feld eine Prüfung, in welchem Maße diese untersuchten Motivationsstrukturen mit Hilfe der ausgewählten Theorie analysiert werden können.
Der letzte Teil, die Schlussbetrachtung, liefert eine Zusammenfassung der Kernelemente der Arbeit, sowie ein Resümee und einen Ausblick in die zukünftige Entwicklung.
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