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Diplomarbeiten

Dieser Katalog hochwertiger Diplomarbeiten, Dissertationen und Hochschulstudien aus dem technischen und wissenschaftlichen Bereich wird in Zusammenarbeit mit Diplomica GmbH präsentiert. Der Katalog wird wöchentlich aktualisiert.

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Dokumenten-Beschreibung
Titel Der Museumsshop als Schnittstelle von Konsum und Kultur 
Untertitel  
Autorin Annika Hampel 
Seiten 154 Seiten 
Hochschule Leuphana Universität Lüneburg Deutschland 
Art der Arbeit Magisterarbeit 
Abgabe 2008 
Note
Preis 48,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 91013327 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhalt/Content
Einleitung:

Um sich der Thematik zu nähern werden im ersten Kapitel der vorliegenden Arbeit die Fragestellung, Zielsetzung und Vorgehensweise dieser erläutert. Grundlage ist hierfür ein vorausgesetzter Sachverhalt (Abschnitt 1.3), sowohl von Seiten der Anbieter als auch der Kunden der Museumsshops (im Folgenden "MS" genannt, soweit nicht in Überschriften oder in Zitaten verwendet). Abschließend wird versucht, den Begriff der "Postmoderne" zu definieren, da ihm im gesamten Dokument eine bedeutende Rolle zukommt.

Die vorliegende Arbeit soll aufzeigen, wie und warum sich die MS in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren so erfolgreich entwickelt haben. Die Sachverhalte, die dieser Arbeit zugrunde liegen und im Abschnitt 1.3 bewiesen werden, sind der enorme Erfolg und die außerordentliche Bedeutung deutscher MS in der heutigen Zeit. Den MS nur als Notlösung der deutschen Museumslandschaft zu sehen, um den Kürzungen der öffentlichen Gelder entgegenzuwirken, ist eine sehr einseitige Perspektive, die dem Phänomen des MS bei weitem nicht gerecht wird. Allein aus diesen finanzpolitischen Gründen der Museen kann sich der MS in Deutschland nicht so entwickelt haben, wie er sich tatsächlich entwickelt hat. Was hat die Entwicklung faktisch vorangetrieben? Welche Ursachen stecken dahinter? Und welche Funktionen, die die MS in unserer heutigen Gesellschaft übernehmen (können), sind dabei von besonderer Bedeutung?

Die Ausführungen zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen begleitet immerfort ein Diskurs. Er zieht sich wie ein "roter Faden" durch das vorliegende Dokument. Der MS ist der Punkt im Museum, an dem Kultur und Kommerz, respektive Konsum, am deutlichsten zusammentreffen. Die Frage lautet also: Kommerzialisiert der MS die Kultur oder nicht? Einerseits besteht die Befürchtung, dass der MS als "Teufelszeug" die Moral erodiert und die Kommerzialisierung im negativen Sinne stärkt, was die Bereitschaft zum Ausverkauf der Kultur wachsen lässt. Andererseits wird versucht klarzustellen, dass es bei den MS nicht um ein "Übermarketing" oder einen "gnadenlosen Konsumterror" geht, sondern dass vielmehr versucht wird, eine stärkere inhaltliche und emotionale Bindung an die Kunst, die Geschichte und die Museen zu erreichen. In der Stadt Bremen werden diese konträren Perspektiven beispielhaft verdeutlicht: Während die Kunsthalle mit der Sonderausstellung "Paula in Paris" die Publikumsmassen sowohl in das Museum als auch in den hervorragend sortierten Shop lockt, fordert Frau Prof. Dr. Wiebke Arndt, Direktorin des Überseemuseums, in der hiesigen Tageszeitung, dem Weser Kurier Nr. 3 vom 20.01.08, dass die Stadt Bremen sowie deren Wirtschaft die Kultur finanziell zu fördern hat, während der MS des Überseemuseums auf meine telefonische Nachfrage "strukturell bedingt" geschlossen bleibt. Es wird der Zwiespalt, der sich aus der Einrichtung von MS ergibt, deutlich: Verstärkte Besucherorientierung der Museen mit Hilfe des umfassenden Angebots der MS zu den Ausstellungsthemen sowie die zusätzlichen Einnahmen durch den MS scheinen sich dem staatlich-kulturellen Auftrag und dem Anspruch des Museums geradezu dichotomisch gegenüber zu stehen. Dies steht an vielen Stellen dieser Arbeit zur Diskussion und wird abschließend nochmals aufgegriffen, um eine Antwort auf die Frage der Kommerzialisierung bzw. Nichtkommerzialisierung von Kultur durch die MS zu geben.

Gang der Untersuchung:

"Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie" (Sir Karl Raimund Popper, österreichisch-britischer Philosoph).

Mein Vorgehen in dieser Arbeit besteht darin, unterschiedliche Perspektiven und zeitgenössische Theorien vorzustellen, um diese dann auf die gegenwärtige gesellschaftliche Position der MS anzuwenden. Dabei war mir eine fundierte und komplexe Beschreibung der Theorie wichtig, ohne deren Kenntnis spätere Diskussionsstränge nur oberflächlich verstanden werden könnten (w. z. B die Frage der Kommerzialisierung von Kultur im Kontext der MS, die auf der Konsum- und Kulturkritik der 1950er Jahre basiert). Außerdem geben Theorien grundlegende Denkrichtungen an die Hand, um zu erklären, warum etwas so geworden ist, wie es jetzt ist und es können Aussagen über künftige Entwicklungen gemacht werden. Das Phänomen des MS wird von mir sowohl aus wirtschaftswissenschaftlicher als auch kulturwissenschaftlicher, insb. kultursoziologischer, Perspektive Betrachtung finden. Dabei wird versucht, unter Einbeziehung der Motivationen von Anbietern als auch Nachfragern der MS und deren Produkten ein Komplettbild der MS in Deutschland zu schaffen. Meine theoretischen Ausführungen finden empirische Untermauerung durch Sekundärdaten wie Forschungsergebnissen von WissenschaftlerInnen und Unternehmen. Wenn die einzelnen Studien in meiner Arbeit erstmalig gebraucht werden, stelle ich sie mit Informationen zu Stichprobengröße, Jahr und Zweck der Untersuchung vor. Des Weiteren liefere ich "lebendige" Beispiele, indem ich meine eigenen Beobachtungen aus den Shops der Kunsthallen Bremen und Hamburg sowie diverser großer Museen in Berlin (bspw. Pergamonmuseum, Deutsches Historisches Museum, Jüdisches Museum) aus den Jahren 2006 und 2007 einfließen lasse sowie Inhalte aus den Gesprächen, die mit den Shopverantwortlichen der o. g. Museen geführt wurden, wiedergebe. Darüber hinaus waren mir für meine Arbeit eine ausgedehnte Recherche zur Reputation von MS in der deutschen Presse von 1998 bis 2007 und die Inspektion der Auftritte von MS und ihrer Shopware im Internet dienlich.

Um den MS in der heutigen postmodernen, erlebnisorientierten Konsum- und Kulturgesellschaft zu positionieren und dessen Entwicklung und Erfolg hierin zu erklären, müssen zunächst grundlegende Attribute dieser Gesellschaft und ihrer Kultur erklärt werden: Die Postmoderne, die Konsumkultur bzw. der Kulturkonsum (Consumer Culture) und die Kultur- und Erlebnisgesellschaft heutiger Zeit, die in Abschnitt 1.4 und den Kapiteln 2 und 3 behandelt werden. Im Kapitel 4 wird dann das Museum eingebracht. Insbesondere der Wandel der Museen von traditionellen Häusern zu postmodernen Institutionen ist interessant, da daraus letztlich der MS in seiner heutigen Erscheinung hervor geht. Daran anschließend folgt eine, im Kontext meiner Arbeit über MS, interessante Konnotation: Museen sind Warenhäuser und Warenhäuser sind Museen. Dies führt zu Kapitel 5, das dem eigentlichen Untersuchungsgegenstand, dem MS in Deutschland, entwickelt aus den Vorgängern der USA, gewidmet ist. Die Geschichte, die Funktionen, die Ware der MS u. v. m. werden vorgestellt. Den Theorieteil abschließen wird Kapitel 6 mit der Vorstellung der McDonaldisierungsthese von George Ritzer und der Disneyization nach Alan Bryman. Gleichzeitig leite ich mit dieser Theorie zu meinen Hypothesen, die alle aus den bis dahin theoretischen Darstellungen von mir entwickelt wurden, über. Auf die Untersuchung der McDonaldisierungsthese im Kontext des MS folgen drei weitere Hypothesen und deren Überprüfung. Bei dieser Erhebung bewege ich mich auf verschiedenen Analyseebenen: der mikrosoziologischen Ebene (bspw. der Konsum im MS aus Prestigegründen) und der makrosoziologischen Ebene (bspw. die McDonaldisierung der MS). Abschließend wird versucht, eine Antwort auf den Diskurs der Kommerzialisierung der Kultur im Kontext der MS zu geben sowie einen Blick in die Zukunft der MS in Deutschland zu wagen.

Die relevanten Begriffe meiner Magisterarbeit werden durch Definitionen gestützt, um sowohl beim Verfasser als auch bei den Lesern ein einheitliches Begriffsverständnis zu garantieren. Sofern in der vorliegenden Arbeit für Personen die männliche Form benutzt wird, geschieht dies ausschließlich aus Gründen der besseren Lesbarkeit. Wenn ich von "der Gesellschaft" spreche, meine ich hier ausschließlich westliche Industrienationen, in dieser Arbeit vornehmlich die USA und Deutschland. Dies soll keine Diskriminierung anderer Nationen sein, doch die hier vorgestellten Theorien, die ich im zweiten Schritt auf die MS anwende, beruhen auf Gesellschaften, die mit einem hohen Grad an Wohlstand und Bildungsmöglichkeiten ausgestattet sind, in ökonomisch übersättigten Märkten. Warum dies so ist, wird in Abschnitt 3.1 dieser Arbeit erklärt.

Der vorausgesetzte Sachverhalt zur Darlegung und Beantwortung meiner Fragestellung ist: Museumsshops sind heutzutage in Deutschland erfolgreich. Bevor ich meine Ausführungen beginne, ist dies zu beweisen. Ich unterteile dabei den Erfolg der MS in die Angebots- und in die Nachfrageseite, respektive in die Shop-Produzenten wie bspw. Shopbetreiber und die Shop-Konsumenten wie bspw. die Museumsbesucher.

 

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